Diese Rubrik habe ich seit Januar 2025 in Arbeit und werde sie kontinuierlich fortschreiben. Auf der Website  "nachhaltig geht" soll nicht nur in aktuellen Blogbeiträgen gezeigt werden, dass Nachhaltigkeit kein Wolkenkuckucksheim ist, sondern eine alternativlose gesellschaftliche Entwicklung, der wir uns zwar verweigern können, die aber unweigerliche Voraussetzung für ein gutes Leben für möglichst viele Menschen und der einzige Ausweg aus dem maßgeblich von unserer aktuellen Wirtschafts- und Lebensweise verursachten Dilemma ist.

   Sie soll auch gute Beispiele darstellen, die Grund zur Hoffnung sind. Denn inzwischen gibt es viele Menschen, Initiativen, Unternehmen usw., die sich auf den Weg gemacht haben, die Vision Nachhaltigkeit umzusetzen, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und innerhalb der Grenzen, die uns die große und kleine Politik immer noch setzen. Und mit den Hürden und Begrenzungen, die immer auftauchen, wenn man etwas anders machen will als der Mainstream.

  Ich werde sie suchen, finden und aus meiner Sicht darstellen. Das bedeutet unweigerlich, dass ich nur eine eher kleine Auswahl finden und auch diese unvollkommen beschreiben werde. Die Reihenfolge, in der ich die Beispiele darstelle, folgt zwar einer sachlichen Gliederung, stellt aber keine Wertungsreihenfolge dar. Daher bitte ich bereits vorab um Nachsicht für Unvollkommenheiten und Mängel. Kritik ist natürlich auch hier willkommen. Stellungnahmen bitte über den Kontakt-Button abgeben!

Um die Beiträge überschaubar zu halten, habe ich sie in drei Kategorien aufgeteilt, Pioniere, Umgestaltungsfelder und Schadensbeseitigung. Habt eine erfrischende Lektüre!

Auswahlkriterien für die Beispiele

  Das Prädikat „nachhaltig“ wird heute geradezu inflationär verwendet, zumeist ohne auch nur den Versuch zu machen kundzutun, was man darunter verstehen will. Damit wird es beliebig und abgedroschen. Nur allzu verständlich ist es daher, dass viele Menschen davon die Nase voll haben. Denn damit ist so gut wie nichts mehr nicht nachhaltig und trotzdem verbessert sich die Lage überhaupt nicht, eher im Gegenteil. Die EU-Taxonomie  erklärt z.B.Atomkraftwerke für eine nachhaltige Form der Energierzeugung. Ikea bewirbt seine fleischlosen Köttbullar als nachhaltig. Und Elektroautos sind nicht nur für die Hersteller, sondern auch für viele Nutzer nachhaltige Verkehrsmittel, gleichgültig ob als tonnenschwerer Hybrid-SUV oder als stadttauglicher Kleinwagen. Immerhin sind letztere unter bestimmten Bedingungen eine Etappe auf dem Weg zu einer möglichst wenig umweltschädlichen Mobilität.

  Ich möchte diese schlechten Gewohnheiten nicht nachahmen, denn dahinter steckt oft nichts als Greenwashing, um das eigene Angebot auch in diesen Zeiten gut verkaufen zu können, und ich habe hier nichts zu verkaufen. Deshalb will ich, bevor ich mich ausgesuchten Beispielen zuwende, ein paar Worte dazu schreiben, was meine Gesichtspunkte dafür sind, bei den Beispielen von Nachhaltigkeit zu sprechen.

  1. Generell liegt Nachhaltigkeit dann vor, wenn eine bestimmte Aktivität globalisierbar ist, das heißt von beliebig vielen Menschen ausgeführt werden kann, ohne dass die natürlichen Lebensgrundlagen zerstört werden.  Ein Privatflug ins All ist damit sicher nicht nachhaltig. Bei vielen anderen Aktivitäten ist das allerdings nicht so eindeutig.
  2.  Was wir tun, sollte die vorhandenen Ressourcen nicht ersatzlos verzehren, sondern bewahren, möglichst sogar mehren, d.h. nicht erneuerbare Vorräte nur in dem Umfang nutzen wie nachwachsender Ersatz dafür gefunden wird und nachwachsende Ressourcen nur im Umfang ihres Nachwachsens verwenden. Für den globalen Norden heißt das, dass zumeist deutlich weniger geboten ist.
  3.  Nachhaltigkeit gehört ins Zentrum des eigenen Handelns. Es ist nichts, was man dem Alten beliebig hinzufügt, sondern eine Grundorientierung. Plastikspielzeug wird nicht dadurch nachhaltig, dass man es in Jute verpackt.
  4.  Nachhaltigkeit bezieht sich auf den gesamten Lebenszyklus eines Produkts oder einer Leistung. Windkraftanlagen z.B. erzeugen „grünen“ Strom, die Erstellung der Anlagen selbst und ihr Rückbau am Ende der Lebensdauer, also der gesamte Lebenszyklus, müssen dabei auch naturschonend und ressourcensparend gestaltet werden.
  5.  Ökologische Nachhaltigkeit muss die sozialen und wirtschaftlichen Voraussetzungen und Bedingungen mit bedenken, damit sie die gesellschaftlichen Strukturen und die Handlungsbereitschaft der Betroffenen nicht zerstört, sondern so verändert, dass sie nachhaltige Entwicklung förden und nicht hemmen

  Diese fünf Gesichtspunkte mögen theoretisch hochtrabend klingen. Sie sind aber schon eingedampft gegenüber dem, das ich zu meiner aktiven Zeit als Prof. den Studierenden zu vermitteln versucht habe. Denn sie zu beachten ist notwendig, wenn man der beliebigen und inflationären Verwendung des Begriffs entkommen will. Wenn ich nachfolgend Beispiele auswähle und beschreibe, dienen sie mir als Auswahlkriterien und Maßstäbe zugleich. Weist mich bitte darauf hin, wenn Ihr den Eindruck habt, das träfe nicht zu!

 

Zentrale Bereiche einer Nachhaltigen Entwicklung

Was sind die Felder, die umgestaltet werden müssen, wenn Nachhaltigkeit eine Chance bekommen soll? Aus meiner Sicht sind das die Lebensbereiche, die für unser Überleben ganz generell von zentraler Bedeutung sind und die grundlegend umgestaltet werden müssen. Diese Umgestaltungsfelder sind:

  •  Energieerzeugung und Nutzung
  •  Lebensmittelproduktion und Ernährung
  •  Bauen und Wohnen 
  •  Mobilität

Wenn wir zudem die Bereiche in Blick nehmen, auf denen unsere Lebens- und Wirtschaftsweise bereits in zum Teil erheblichem Umfang Schäden angerichtet hat und dies auch weiterhin nahezu ungebrochen tut. Hier geht es um Schadensbeseitigung und die Wiederherstellung unserer gefährdeten Lebensgrundlagen:

  •  Klimaschutz und Klimaanpassung
  •  Ressourcenschutz
  •  Artenschutz
  •  Entgiftung von Böden und Meeren

  Damit sind die acht Felder genannt, auf denen ich Beispiele für gelungene oder aus meiner Sicht erfolgversprechende Aktivitäten für Nachhaltigkeit suchen und darstellen will.